Setup · Projektion
Projektionslook & Texturwand
Statt nur Licht auf das Model zu setzen, wird Licht durch strukturierte Materialien,
Masken, Projektorfolien oder Schattenformen geschickt. Dadurch entsteht ein grafischer,
fast malerischer Look mit Ebenen, Tiefe und sichtbarer Struktur auf Wand, Körper und Gesicht.
Setup-Guide: Model nah an der Wand, Projektor oder harter LED-Spot seitlich,
Maske oder Gobo zwischen Licht und Model. Die Textur fällt gleichzeitig auf Wand und Körper.
Kameraeinstellungen
Blende
f/4 – f/8
ISO
400 – 1600
Zeit
1/60 – 1/125 s
Brennweite
35 – 70 mm
Lichtaufbau
Ein Projektor, ein harter LED-Spot oder eine Taschenlampe mit fokussiertem Licht
wirft Struktur auf Wand und Model. Zwischen Licht und Motiv liegt eine Maske:
Folie, Lochblech, Spitze, Netz, Papierstruktur, ein selbst gebautes Gobo oder
eine Projektionsgrafik.
Das Model steht dicht vor der Wand oder leicht versetzt. Dadurch können Schatten,
Körperform und Wandstruktur miteinander verschmelzen. Je näher das Model an der
Wand steht, desto stärker wird die Verbindung zwischen Körper und Hintergrund.
Wichtig
Der Look darf rau und unperfekt sein. Die Textur braucht Schatten, sonst wird sie
flach. Zu viel Frontlicht zerstört die Projektion. Perfekt geeignet sind Steinwand,
Beton, Stahlregal, schwarzer Stoff oder eine helle Fläche im Loft.
Setup-Skizze · Projektion
Wand / Textur
Projektor / Spot
Maske / Gobo
Model
Flag / Abschatter
Kamera
Struktur wird geworfen
Model nah an Wand
Kamera leicht seitlich
Notwendiges Equipment
Für den Projektionslook brauchst du entweder eine echte Projektion oder eine harte
Lichtquelle mit Muster davor.
- Projektor, Beamer, LED-Spot oder starke Taschenlampe
- Maske / Gobo: Folie, Lochblech, Spitze, Netz, Papierstruktur
- Stative oder Klemmen für Maske und Licht
- dunkle oder strukturierte Wand im Loft
- optional schwarze Flagge gegen Streulicht
1. Wand wählen
Die Wand ist hier nicht nur Hintergrund, sondern Teil des Motivs.
Sie darf Struktur haben und muss nicht perfekt sauber sein.
- Steinwand für rauen Fine-Art-Look
- Stahlregal für industriellen Look
- helle Wand für klare Projektionen
- schwarze Folie für sehr dunkle, grafische Effekte
2. Model positionieren
Das Model steht nah an der Wand oder leicht davor. Je näher es an der Wand steht,
desto stärker verschmelzen Schatten, Körperform und Hintergrund.
- Abstand zur Wand: 10–50 cm
- Profil oder Halbprofil wirkt besonders stark
- Gesicht zur Struktur drehen
- ruhige Pose statt großer Bewegung
3. Maske / Gobo setzen
Die Maske liegt zwischen Licht und Model. Sie entscheidet, ob das Muster weich,
hart, grafisch oder organisch wirkt.
- Maske näher am Licht: Muster größer und weicher
- Maske näher am Model: Muster schärfer
- Lochblech: grafisch und hart
- Spitzenstoff: organisch und elegant
4. Licht ausrichten
Das Licht sollte nicht einfach frontal kommen. Ein leichter Winkel erzeugt mehr Tiefe,
Schatten und plastische Struktur.
- Licht leicht seitlich setzen
- nicht zu hoch, sonst verschwindet das Gesicht
- Fokus auf Gesicht, Hals und Wandstruktur
- Belichtung auf die hellen Flächen abstimmen
5. Kamera und Ausschnitt
Die Kamera sollte die Struktur, das Model und die Wand als eine gemeinsame Fläche
erfassen. Zu enge Ausschnitte verlieren oft die Wirkung der Wand.
- 35–50 mm für Raumwirkung
- 50–70 mm für Portraitwirkung
- Kamera leicht seitlich zur Wand
- Wandlinien bewusst in die Komposition einbauen
6. Kontrolle
Vor dem Shooting prüfen, ob die Projektion wirklich gestaltet wirkt und nicht nur
zufällig auf dem Gesicht liegt.
- liegt Struktur schön auf Gesicht und Wand?
- sind Augen, Profil oder Körperlinie noch lesbar?
- ist die Projektion zu hell oder zu flach?
- entsteht Tiefe durch Schatten?
Änderungsmöglichkeiten und Effekte
Wird die Maske näher ans Model gebracht, wird das Muster schärfer und klarer.
Wird sie näher an die Lichtquelle gestellt, wird das Muster größer und weicher.
Ein Projektor ermöglicht echte Bildmotive, Zeichnungen oder abstrakte Texturen.
Ein harter Spot mit Lochblech oder Spitze erzeugt dagegen stärkere Schattenformen.
Eine helle Wand macht die Projektion deutlicher. Eine Steinwand wirkt rauer und
künstlerischer. Ein Stahlregal bricht die Projektion und erzeugt mehr Tiefe.
Ein leichter Hazer kann die Lichtstrahlen sichtbar machen, sollte aber sparsam
eingesetzt werden.
Konkreter Startwert im Black Steel Loft
Model nah an die Steinwand oder vor die Regalseite stellen. Projektor oder fokussierten
LED-Spot 2 bis 4 Meter entfernt aufbauen. Zwischen Licht und Model eine Maske setzen,
zum Beispiel Spitze, Lochblech, Netz oder bedruckte Folie. Kamera mit 35–70 mm leicht
seitlich zur Wand positionieren.
Belichtung so wählen, dass die hellen Projektionsflächen nicht ausfressen.
Das Bild darf dunkel und rau bleiben. Der stärkste Look entsteht, wenn Wand,
Körperform und Textur nicht getrennt wirken, sondern zu einer gemeinsamen Fläche werden.
Fehler vermeiden
Nicht zu hell beleuchten. Die Struktur braucht Schatten, sonst wird sie flach.
Das Muster darf nicht zufällig über beide Augen laufen oder wichtige Gesichtslinien
zerstören. Auch zu viel Frontlicht nimmt dem Bild die Tiefe.
Besser: Licht seitlich setzen, Muster bewusst platzieren, Model nah an die Wand,
Belichtung knapp halten und die Textur als Teil der Komposition behandeln.
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